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Das erste Eigenheim stellt Besitzer vor viele Herausforderungen. So auch beim Thema Elektroplanung. Denn neben der Verlegung von Elektroleitungen und Verteilerdosen gibt es auch bei der Anbringung von Steckdosen und Lichtschalter wichtige Regeln zu beachten. Jeder möchte Planungsfehler und eine unpraktische Installation vermeiden. Daher stellt sich für viele die Frage, wo Schalter und Steckdosen notwendig sind und vor allem auf welcher Höhe diese installiert werden sollten. Also worauf muss man achten? Wir geben Euch in diesem Beitrag Tipps und erklären, worauf es ankommt.

 

Lichtschalter

Wichtige Kriterien bei der Anbringung von Lichtschaltern sind zum einen die Installationszone sowie vor allem die Höhe, in welcher sie angebracht werden. Hier gilt die Faustregel, dass Taster immer in einer gut erreichbaren Höhe und Position, meist an der Türklinkenseite beim Betreten des Raumes, angebracht werden. Dabei ist es jedem frei, ob Schalter sich inner- oder außerhalb des Zimmers befinden, denn das ist abhängig von den räumlichen Gegebenheiten und somit reine Geschmackssache. Jedoch ist eine Bedienung der Taster im Raum wesentlich angenehmer. Bei der Anbringung der Schalter sollte darauf geachtet werden, dass diese sich immer mittig und an die Türhöhe angepasst befinden. Eine Höhe zwischen 90 und 100 cm über dem fertigen Boden ist hierbei meist optimal und für Personen jeder Größe gut erreichbar. Bei besonderen Anforderungen, wie zum Beispiel in barrierefreien Gebäuden für Senioren oder Menschen mit Behinderung ist für die Wahl der Lichtschalterhöhe eine Bedienhöhe von 85 Zentimeter empfehlenswert. So sind diese auch für Personen in einem Rollstuhl jederzeit gut erreich- und bedienbar. Natürlich gibt es noch weitere Sonderfälle bzw. Ausnahmen, bei welchen die Lichtschalter anders angebracht werden können. Gerade in Schlafräumen ist eine sogenannte Doppelschaltung sehr angenehm. Hierbei kann zusätzlich zum Schalter neben der Tür, auch direkt einer neben dem Bett angebracht werden. Aber vor allem in der Küche kann ein Taster direkt über der Arbeitsplatte von Nutzen sein. Eine weitere Besonderheit in der Küche ist, dass sich die Schalter meist in der mittleren Installationszone und damit etwas höher als die Sonstigen befinden. Die Höhe des Lichtschalters beträgt hier meist 115 Zentimeter ab dem fertigen Boden.
Bei allem „soll“ und „kann“ empfehlen wir möglichst früh durch das Eigenheim zu laufen und sich darüber Gedanken zu machen, an welcher Stelle man Schalter erwarten würde. Dabei sind das eigene Bauchgefühl und die Gewohnheiten meist der beste Indikator. Denn automatische Bewegungsabläufe spielen eine wichtige Rolle um sich über die Anzahl und Position der Lichttaster im eigenen Heim bewusst zu werden.

 

Steckdosen

Auch das Thema Steckdosen birgt ein enormes Fehlerpotenzial. Jeder von uns kennt die pure Verzweiflung, wenn sich die unzähligen Geräte in Küche und Bad um den begehrten Platz an der Stromquelle streiten. Also berechtigt die Frage, wo und vor allem in welcher Anzahl sollten sich Steckdosen im Raum befinden.

Gerade in der Küche sollten Steckdosen auf mehreren Ebenen eingeplant werden. Im unteren Bereich sollte sich mindestens eine Zweierdose in der Nähe des Wasseranschlusses für Geschirrspüler und eventuell die Waschmaschine befinden. Zum anderen und etwa auf derselben Installationshöhe sollte dann noch an den Herd und Backofen gedacht werden. Wichtig hier, es muss sich dort auch eine Starkstromsteckdose befinden!

Weitere Dosen sind für Kühlschrank und Gefrierschrank notwendig, diese befinden sich meist auf der mittleren Ebene. Über der Arbeitsplatte bzw. am Fliesenspiegel sollten grob jeden Meter an eine Doppelsteckdose gedacht werden. Gerade, wenn man viele Elektrogeräte nutzt ist dies eine optimale Anzahl. Und dann zu guter Letzt sollte im oberen Bereich der Küche gerade auf Höhe des Herdes noch eine Steckdose für die Dunstabzugshaube installiert werden. Selbstverständlich sollten sich auch Steckdosen an der Türe oder den gegenüberliegenden Wänden befinden.

 

Doch wie sieht es speziell im Bad aus?

Hier müssen die Steckdosen praktisch, aber vor allem sicher angeracht werden. Denn logischerweise hat in der Dusche oder über der Badewanne keine Steckdose etwas verloren. Deshalb muss man im Bad weniger Steckdosen verteilen und sich an gewisse Vorschriften halten. Dabei reicht es meist aus oberhalb des Waschbeckens Steckdosen einzuplanen. Hier wird eventuell eine Steckdose für einen Spiegelschrank sowie weitere zwei bis vier Steckdosen für elektrische Geräte, wie z. B. Rassierer, Haartrockner und vieles mehr gebraucht. Mehr zum Thema Steckdosen und Schutzbereiche im Bad erklären wir in unserem Beitrag „Schutzbereiche im Bad“. (Verlinkung zum Blogbeitrag)

In Wohnräumen hingegen, ist zur Höhe der Steckdosen zu sagen, dass Sie meist so platziert werden, dass Sie am wenigsten auffallen. Daher werden diese meist zwischen 20 und 30 cm über dem fertigen Boden angebracht. Trotzdem haben wir ein paar wichtige Tipps:

  • Je mehr Technik im Raum genutzt wird, desto mehr Steckdosen müssen verteilt werden. Dabei sollte man an alle technischen Geräte, wie TV-Anlage, Reciever und Musikanlage denken. Auch Smartphones, Laptops und Tablets brauchen meist noch eine Steckdose um aufgeladen werden zu können.
  • Allgemein sollte im gesamten Haushalt immer eine Steckdose neben der Tür sein um die alltäglichen Hausarbeiten mit dem Staubsauger in allen Räumen bequem erledigen zu können.
  • Auch in den Fluren muss es ausreichend Dosen geben, vor allem bei einem Telefonanschluss sollten Mehrfachdosen eingebaut werden.
  • Und zu guter Letzt sollten an PC-Arbeitsplätzen Steckdosen knapp oberhalb oder unterhalb des Schreibtisches installiert werden. Eine ideale Anzahl sind hier ebenfalls zwei bis vier Steckdosen.

Abschließend lässt sich festhalten, es sollte niemals an Lichtschaltern und Steckdosen bei der Planung und Installation gespart werden. Denn dies führt spätestens nach dem Einzug zu Ärgernissen, wenn die einzelnen Geräte nicht eingesteckt werden können und wieder mit Mehrfachsteckdosenleisten hantiert werden muss. Oder das Licht nur über lange Wegstrecken hinweg gesteuert werden kann. Es schadet daher nie, sich frühzeitig Gedanken zu machen, was später in den Räumen passieren soll und welche Geräte sich dort „fest“ befinden. Ebenso wichtig, dass vorausschauend daran gedacht wird, dass der Raum in Zukunft auch einmal anders genutzt werden könnte. Ist man sich darüber im Klaren, dann plant man automatisch noch ein paar weitere „Notstromsteckdosen“ und Schalter ein. Dann kann nichts mehr passieren und man ist gut ausgerüstet für die Zukunft.

 

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